Was ist eigentlich Amphorenwein? Wie wird der gemacht und was ist daran so besonders?
Den Amphorenwein von heute kenne ich bislang nur aus Österreich und nur von Bio- bzw. Demeter-Weinbauern.
Der Wein wird nach der Lese, dem vorsichtigen Pressen und Fermentation in große, meist mehrere hundert Liter fassende, Tonamphoren gegeben. Die sind üblicherweise im freien Feld vergraben. Dort reift dann der Wein häufig über ein Jahr, wobei er alle Jahreszeiten und damit alle Temperaturschwankungen mitmacht. Danach kommt er für weitere Zeit in ein gebrauchtes Holzfass. Dann wird er erst auf die Flasche gezogen und darf dort noch etwas reifen und wieder zur Ruhe kommen, bevor er in den Verkauf geht. Und was ist nun das besondere daran? Er wird gemacht, wie man schon in der Antike Wein bereitete. Außerdem ist den Naturgesetzen wie Hitze und Kälte, den Jahreszeiten, den unterschiedlichen Sonnentagen und den Mondphasen komplett überlassen. Durch den Ton ergibt sich ein intensiver Austausch mit der Umgebung so auch dem Sauerstoff, und er entwickelt sich unbeeinflußt oxidativ. Üblicherweise ist er dazu noch spontan vergoren und ohne Sulfite abgefüllt.
Seit einigen Jahren bereits bereitet Sepp Muster aus der Steiermark einen weißen Amphorenwein mit dem namen ERDE. Dieser wird nicht in jedem Jahr abgefüllt. Nur wenn es das Traubengut zulässt. Die ERDE vereinigt alle natürlichen und kosmischen Einflüsse, ist dadurch unheimlich tiefgründig und vielschichtig, wobei sie je nach Dauer der Lagerung und Zeit nach der Öffnung immer wieder andere Aspekte zeigt. Er ist „ungeschliffen und urig, wie knorrige alten Wesen“, sagt Sepp Muster selber.

Nun wurde erstmals von Franz Landauer, Weingut Landauer-Gisperg aus Tattendorf, ebenfalls ein Biowinzer, ein roter Amphorenwein in den Verkauf gebracht. Und das mit riesigem Erfolg. Er wurde in der Kategorie Cuvée auf Anhieb Landessieger in Niederösterreich. Der Chefredakteur der österreichischen Genusszeitschrift Falstaff beschreibt in einem seiner letzten Artikel den Amphorenwein wie folgt: „Dunkles Rubingranat, violette Reflexe, Wasserrand. Frische Herzkirschen, reife Zwetschken, feine Kräuterwürze, Orangenzesten, Gewürzanklänge, rauchige Nuancen. Saftig, angenehmes Kirschkonfit, frisch strukturiert, bleibt gut haften, extraktsüßer Nachhall, ein finessenreicher Speisenbegleiter mit gutem Reifepotenzial.“(aus Falstaff Newsletter vom 27.07.2011; link : http://www.falstaff.at/weinartikel/gewinnen-sie-eine-doppelmagnum-amphorenwein-3313.html)
Ich freue mich darauf weiter die Entwicklung von Amphorenweinen zu verfolgen.
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